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Die Anfänge
in der Murnauer Straße:
Als Betty und Magnus Bauch am 01.10.1953 mit der
Eröffnung ihrer kleinen Metzgerei in der Murnauer Straße in München den
Grundstein für die heutige Großmetzgerei Magnus Bauch legten, hätten sie von
dem späteren wirtschaftlichen Aufschwung des Unternehmens Bauch
wahrscheinlich nicht einmal zu träumen gewagt.
Doch ihre handwerkliche
Kunst, ihr ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein, ihr Fleiß, ihre Flexibilität
und eine große Portion unternehmerische Weitsicht prägen bis heute das
Handeln des erfolgreichen Unternehmens.
Bevor
das Ehepaar den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, hatte es sein
Handwerk von der Pike auf gelernt. Als Betty Bauch im Jahre 1943 in das
Geschäft ihrer späteren Schwiegereltern kam, hatte sie eine zweijährige
Ausbildung beim renommierten Metzger Frank in der Münchener Schäfflerstraße
absolviert. Magnus Bauch setzte auf Familientradition und verbrachte seine
Lehrjahre sowohl in der Metzgerei seiner Eltern (Hedwig und Karl Bauch) als
auch im großelterlichen Betrieb in Bad Aibling. Mit großem Ehrgeiz besuchte
er anschließend die Meisterschule in Augsburg und bestand die Prüfung mit
Bravour.
Mit dem Meisterbrief in der
Tasche seiner Lederhose machte er sich mit seiner alten Horex nach Stuttgart
auf, um bei der Metzgerfamilie Eugen Fluhr in Stuttgart eine Meisterstelle
anzunehmen. Im Schwabenländle sorgte die Ankunft des lederbehosten Bayern
für einige Aufregung und bot Gesprächsstoff für Tage.
Die ersten Großkunden
Wieder
zurück im elterlichen Betrieb, heiratete er seine Betty und gemeinsam
unternahmen sie in der Murnauer Straße 80 den gewagten Schritt in die
Selbstständigkeit. Der Umsatz am Tage der Eröffnung belief sich zwar auf
420,00 DM – für damalige Verhältnisse eine überaus stolze Summe – doch der
Standort an der stadtauswärts liegenden Murnauer Straße war nicht gerade
einer der zentralsten der Stadt. Auf der einen Seite des kleinen
Ladengeschäftes erstreckten sich eine Menge Arbeiterwohnungen, doch
gegenüber gab es nur freies Feld und eine Schrebergartensiedlung.
Obwohl das
Geld anfänglich sehr knapp war, ließen sich die beiden Jungunternehmer nicht
beirren und arbeiteten hart, um das Geschäft ins Rollen zu bringen.
Tatkräftig unterstützt von ihrem ersten Gesellen, Wasti Neumaier, dem schon
bald der erste Lehrling Gerhard Trotnow zur Seite stand, ackerten sie fast
rund um die Uhr und das sieben Tage die Woche. Selbst am Sonntag gönnten sie
sich keine Ruhe, sondern produzierten Presssack. Und auch der Begriff Urlaub
war über 17 Jahre ein Fremdwort im Bauchschen Wortschatz.
Die größte Stütze stellte
damals die Mutter von Betty Bauch dar, die „Zilk Oma“. Sie war stets der
Retter in der Not.
Die harte Arbeit und das unbeirrbare Qualitätsbewusstsein
der jungen Metzgerfamilie machten sich, wenn auch
langsam, bezahlt. Die hervorragende Qualität und die Frische der Bauchschen
Wurstwaren sprachen sich herum und die Schar ihrer Fans wuchs
kontinuierlich.
Und auch der erste wirkliche
„Großkunde“ ließ nicht lange auf sich warten. Der Ruf der erstklassigen
Qualitätsarbeit der Metzgerei Bauch war bis zur Hotelfach-
und Handelsschule Kermes in Pasing vorgedrungen und das Gespann des
Kartoffelhändlers der Schule hielt nun regelmäßig in der Murnauer Straße,
um die Wurstwaren abzuholen. Das bereitete damals selbst in den heißen
Sommermonaten keine Probleme, denn die Produkte der Familie Bauch waren
stets frisch und vor der EG-Reglementierung war das Thema Kühlkette völlig
irrelevant. Der zweite Großabnehmer, Herr Rosgoderer, der die Bauch Produkte
mit in sein Großhandelssortiment aufnahm, hielt bereits mit dem Auto vor der
Tür.
Er kaufte jedoch nur Leberpastete und Leberkäs, die sich schon kurz nach
der
Eröffnung zu den beliebtesten Spezialitäten der Metzgerei entwickelt hatten.
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